Protestaufruf an alle Bürger in Schleswig-Holstein
Die Auflösung von 147 Notdienstkreisen, die derzeit die wohnortnahe Versorgung der schleswig-holsteinischen Bevölkerung im Notfall gewährleisten, wird am 11.10.06 in Bad Segeberg endgültig besiegelt.
Dann wird nicht mehr der niedergelassene Arzt in der Nähe, sondern 28 speziell von der kassenärztlichen Vereinigung eingerichtete Anlaufpraxen im Kreis von 20 km um die Krankenhäuser, den Notdienst verrichten.
Das trifft besonders die Landbevölkerung im Hinblick auf lange und zeitraubende Anfahrtswege bei nichtvorhandenen Verkehrsanbindungen.
Es sind aber in Wirklichkeit alle Bürger betroffen, auch die, die in den Städten leben und glauben, daß sich für sie eigentlich nichts ändert.
Die Kosten für die Umstrukturierung werden nämlich von den zur Verfügung stehenden Geldmitteln (zugeteiltes Budget für die Versorgung in der ambulanten Medizin)
abgezogen. Dann bleibt entsprechend weniger übrig für die Versorgung bei Krankheit und im Notfall.
Folge: Nicht nur Billigmedikamente sondern auch Billigmedizin.
Die kassenärztliche Vereinigung sagt, es werde nicht mehr kosten, das Geld würde nur anders verteilt! Stimmt!
Es kostet nicht mehr Geld, man bekommt nur weniger dafür!
Und opfert im Interesse des Gemeinwohls????? -was ist das-??? persönliche Bequemlichkeiten wie die eigene Überlebenschance im Notfall.
Die kassenärztliche Vereinigung argumentiert, sie habe den gesetzlichen Auftrag, die ärztliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten.
Das stimmt!
Die kassenärztliche Vereinigung hat nicht den gesetzlichen Auftrag, selbst Anlaufpraxen zu errichten und notdienstpflichtige Ärzte dort stundenlohnabhängig anzustellen.
Sie hat nicht den gesetzlichen Auftrag funktionierende Notdienstkreise mit Gewährleistung einer wohnortnahen Notdienstversorgung aufzulösen und stattdessen „zentrale“ Anlaufpraxen aus Beitragsmitteln zu finanzieren.
Im Fall von Unterversorgung einer Region mag die Einrichtung einer „zentralen“ Anlaufpraxis nötig sein. Erlaubt ist aber doch die Frage, wieso es nicht nur in diesen Fällen dazu kommt und wieso es überhaupt zu einer Unterversorgung kommt.
Hier haben offenbar unsere Gesundheitspolitiker versagt. Denn diese schaffen die Rahmenbedingungen für unser Gesundheitssystem.
Reform für Reform wird es modernisierter, wettbewerbsfähiger, verbesserter, gestärkter u.s.w
Eines lernen wir aus dieser neuen Notdienstregelung:
Sie gibt einen Vorgeschmack auf die zukünftige Staats -und Zuteilungsmedizin in Deutschland.
Die favorisierten medizinischen Versorgungszentren (MVZ) im 20 km Radius zu den Krankenhäusern werden bereits errichtet ( 450 gibt es schon bundesweit)
Nach dem beabsichtigten Ruin der freien, niedergelassenen Ärzte liegt die zukünftige medizinische Anlaufstelle für die Bürger in den MVZ`s mit angestellten Ärzten und Lotsenfunktion für die Einweisung in die (an)geschlossenen Kliniken.
Leider hat die KV-SH am 22.10.06 die Notdienstsatzungsänderung beschlossen.
Jetzt geht es nur noch über die Anrufung der Dienstaufsicht. Schreiben Sie eine e-mail an:
Sie können den Protest zusätzlich mit Ihrer e-mail-Unterschrift unter den Widerspruch an die verantwortlichen Minister und MdB aus Schleswig-Holstein unterstützen.
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Es gibt nur einen Weg in ein patientenfreundliches, transparentes, modernes, angebotsreiches und bezahlbares Gesundheitssystem!
Folgende Maßnahmen sind dazu nötig: