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Die wundersame Vermehrung von Geld und Gesundheit tourt durch die BRD

Propagiert wird dieser Euphemismus von einer (meist Bertelsmann) gelenkten Medi­en­welle, begleitet durch zahlreiche Gründungen von Gesundheitsservice- und Consultinggesell­schaf­ten mit schö­nen Namen wie z.B.  „Kompetenzzentrum“, sowie auf IT-Messen und Kongressen.

 Unterstützt durch private Investoren weltweit agierender Aktiengesellschaften, Klini­ken, Hochschulen, Kranken­kas­sen, Kom­mu­nen, Landes- und Bundeswirt­schafts­för­derung (sprich unseren Beitrags- und Steuer­gel­dern) wird vom Ausbau medizini­scher und therapeu­ti­scher Versorgungsqualität, Schaf­fung neuer Arbeits­plätze (Verwaltungen), Patientenbin­dung/-stärkung und For­schung im Gesund­heits­we­sen geredet.

 Auf regionaler, bundes– und sogar europa­weiter Ebene wer­den fast zeit­gleich folgende Inhalte verbreitet (Zi­tatbeispiele aus FTD vom 15.03.07):

  1.  Die Gesundheitswirtschaft wird sich in allen Bereichen industrialisieren.
  2. Mit der notwendigen Neuorientierung auf den Patienten entstehen neue Ge­schäfts­mög­lichkeiten für Unternehmer.  
  3. Auf der ganzen Welt sollen die Patienten ihre Laborwerte, OP-Berichte, Diagno­sen und Röntgenbilder abrufen können, einfach über das Internet. 
  4. Große Chancen für Unternehmer böten sich deshalb vor allem in den Berei­chen IT-In­frastruktur und Disease-Management. DMP 
  5. Die Margen im Gesundheitsbereich sind deutlich lohnender als in anderen Bereichen. In jedem Industrieland ist der Gesundheitssektor die Lokomotive für die Wirtschaft. 
  6. In der Branche werden ganz neue Wertschöpfungs­ketten entstehen. 
  7. Die Zeiten streng abgeschotteter Tätigkeitsgebiete, großer Produktivitätsunter­schiede und fehlender Qualitätskontrollen sind nach Einschätzung der Experten bald vorbei. 
  8.  „In den vergangenen 200 Jahren sei das Management des Gesundheitswe­sens den Ärzten überlassen worden, und die haben gezeigt: Sie können es nicht." 
  9. Besonders die Krankenkassen sehen sich hier in der Rolle, ihre Versicherten durch den Markt zu lotsen - und Qualitätsstandards zu garantieren. "Wir wer­den die Patien­ten stärker steuern und in präventive Programme führen!" 
  10. Um sich Patientenströme zu sichern und Kosten zu reduzieren, vernetzen sich Kran­ken­häuser verstärkt mit niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten und Re­haein­rich­tun­gen. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc. etc.  

Tatsächlich geht es darum, die ca 142 Milliarden € jährlicher Zwangsbeiträge der GKVen und zusätzlich die 124 Milliarden  Ausgaben für private Gesundheitsangebote abzu­greifen. Der Arzt- und Patienteneinkauf gelingt über die DMP’s und wird derzeit ermög­licht durch die finanzielle Schieflage beider Seiten. Das VÄndG ermöglicht bereits jedwede Form der ärztlichen Berufsaus­übung in MVZ’s und Kliniken, in eigener und Zweigpraxis neben einer Angestelltentätigkeit. Die Weichen zur Umvertei­lung der „Patienten­ströme“ und mit ihnen der Zwangsbei­träge, sind mit der letzten Reform (GKV-WSG) endgültig gestellt worden. Beide Gesetze schaffen einen Wettbewerbsvorteil für die Privatkliniken, die Einzel- und Integrationsverträge flächendeckend billig aushandeln und ihre Ärzte dann sowohl auf der Station und im angegliederten MVZ arbeiten lassen können. Von langer Hand vorbereitet hat die „Industrialisie­rung“ schon begonnen, bevor die Gesundheits­reform überhaupt in Kraft getreten ist. Die Zwangsein­führung der elektronischen „Gesundheitskarte“ (e-card), ebenfalls zu Lasten der Steuer- und GKV-Beitrags­zahler und der Leistungserbringer, wird die totale Kontrolle und Len­kung der „Ströme“ ermöglichen und das „Gesundheitsindustriesystem“ perfektionieren. Patienten und Ärzte kommen bei dem Milliardenspiel „Gesundheitsmarkt“ allenfalls als Ware vor.

Wir sollten uns nichts vormachen, die ärztliche Heil­kunst freiberuflich und wirtschaft­lich unab­hän­gi­g in eigener Praxis, nur verantwortlich gegenüber den Patienten und dem ärztlichen Gewis­sen, auszuüben, ist Geschichte. Der von der PKV einzurich­tende Basistarif, die Angleichung der GOÄ an den EBM und die „Vereinfachung“ der GOÄ durch Komplexziffern per Eilfertig­keit der KBV oder Ersatzvor­nahme des BMG Anfang 2008 wird das Ende vieler Praxen und der wohnortnahen Patientenversorgung sein
 

Die wundersame Vermehrung von Geld und Gesundheit tourt durch die BRD  nach "Die Ziele des Umbaus des Gesundheitswesens finden Sie hier:

http://www.ftd.de/unternehmen/gesundheitswirtschaft/173712.html

Tourneedaten:

http://www.hauptstadtkongress.de/2007/

http://www.gesundheitswirtschaftskongress.de/2007/einleitung.php

http://www.gesundheitskongress.de/index.htm 

 


 

Der Reichstag in Berlin

während der Verabschiedung der Gesundheitsreform am 02.Februar. 2007
Ärzte aus ganz Deutschland untersuchen, ob das Parlament noch gesund ist... Arztenachrichtendienst (aend) 02.02.2007)


Zwölf Ärzte der Freien Ärzteschaft untersuchten heute mit Stethoskopen den Reichstag, in dem gerade die Gesundheits-reform verabschiedet wird. Ihr Befund: Die Gesundheitsre-form ist unverständlich, ungesund, undemokratisch und teuer. "Die Aktion wurde von zahlreichen Medienvertretern begleitet" ARD, ZDF und mehrere Nachrichtenagenturen waren vor Ort", berichtete Dr. Manuela Peters dem änd. Polizei und Ordnungskräfte hätten jedoch versucht, die Aktion abzubrechen.
"Ein Polizist erklärte, dass uns alle eine Strafanzeige erwartet."

















 

Kamerateams der ARD und des ZDF sowie mehrere Nachrichten-agenturen und das Deutsche Ärzteblatt verfolgten die Aktion. Das ZDF berichtete im "Mittagsmagazin" ausführlich von der Aktion als Aufmacherthema. Der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, hatte im Vorfeld zu der Aktion erklärt: "Das Schicksal kranker Menschen, die zukünftig weite Wege und lange Wartezeiten sowie eine anonyme Pauschalmedizin in medizinischen Versorgungszentren und Kliniken erfahren werden, widerlegt den demokratischen, sozialen und christlichen Anspruch der Koaliti-onsparteien". Es sei unbegreiflich, wie die Parteien gegen den Willen und zum Schaden des Volkes diese Reform verabschieden könnten. "Die Gewinner sind unter anderem weltweit operierende private Klinikketten. Der Ausverkauf der kommunalen Krankenhäuser und Unikliniken ist bereits in vollem Gang."
Nach einer Forsa Umfrage Anfang Januar 2007 verstünden 79 Prozent der Bundesbürger nicht, was die Bundesregierung mit der geplanten Gesundheitsreform vorhabe, nur 6 Prozent vertrauten in der Frage der Gesundheitsreform den Politikern, 85 Prozent der Bürger zweifeln an einem Erfolg der Reform.
Die Diagnose der FÄ: "Ulla Schmidt und ihre zu Experten hochstilisierten Berater haben komplett versagt. Es bestimmen zu viele und es bedienen sich zu viele, die mit der eigentlichen Versorgung im Krankheitsfall gar nichts zu tun haben. Wir haben die in der Geschichte der Bundesrepublik massivsten Ärzteproteste gemeinsam mit unserem Praxispersonal und Patienten initiiert und wurden nicht gehört", heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. Seit dem 31.01.1007 trauert die freie Ärzteschaft in einer gemeinsamen Aktion mit Ärzteverbänden, Patienten, Selbsthilfegruppen und Bürgern um den Verlust an Demokratie und Verlust der flächendeckenden Gesundheitsversorgung.
"Die Politik muss den Bürgern ihr Selbstbestimmungsrecht und den beim Bürger vorhandenen Willen zur Eigenverantwortung stärken," fordert die Freie Ärzteschaft. Eine direkte Arzt-Patientenbeziehung und die freie Wahl einer Krankenversicherung inklusive der Bestimmung über die Versicherungsinhalte ohne bevormundende Beeinflussung durch Krankenkassen, Politiker und andere praxisfremde selbsternannte Experten sei die Vorausetzung für ein menschliches, bezahlbares und angebotsreiches Gesundheitssystem.
Im Vertrauen hinsichtlich der Beurteilung der Gesundheitsreform lägen die Ärzte mit 62 Prozent weit vorne. Die Politiker seien gut beraten, endlich auf diejenigen zu hören, die ihren Sachverstand aus der täglichen Praxis beziehen: Patienten und ihre Ärzte

Diagnose:

Diese Gesundheitsreform ist
unverständlich
undemokratisch
ungesund
teuer